Dienstag, 26. April 2016

Guide: Motorradbekleidung oder die korrekte "Panier" :)

Grüß euch!

Die Bekleidung ist wohl mindestens ein so großes Diskussionsthema wie die Marke des Motorrades, trotzdem möchte ich meine Entscheidungen zu diesem Thema als Anfänger niederschreiben.
Wenn es nicht darum geht 2000€ an Motorradbekleidung über die Theke wandern zu lassen, sondern es darum geht einen Kompromiss aus Sicherheit, Optik und Bezahlbarkeit zu finden - dann seid ihr hier richtig.

Ein Motorradfahrer ist in den meisten Fällen darauf bedacht seine optische Erscheinung harmonisch mit dem Motorrad abzustimmen. Man fährt wohl selten mit der kompletten Lederkombi auf einer Chopper, und genauso wenig schwingt man sich in der alten braunen Lederjacke und dem Halbschalen-Helm auf eine Rennmaschine. 

Deswegen:
Welche Maschine wollt ihr fahren? -> richtet danach grob euren Kleidungsstil!
Es ist natürlich kein Fehler wenn man sich das anzieht was man will, aber etwas Ästhetik hat noch nie geschadet :)

Meine Ausrüstung aufgelegt:




Meine Ausrüstung besteht aus folgenden Teilen:

Helm: LS2 FT396 Helm mit Mehrfach-Belüftung, Pinlock-Visier und ein/ausklappbare Sonnenblende

Oberteil: Misano Pro Sports Lederjacke mit Schultern, Arm und Rücken-Protektoren

Hose: Motorradhose German Wear Kevlar Jeans mit Knie & Gesäß-Protektoren

Handschuhe: Hein Gericke City

Alternative Handschuhe: Axo Gecko

Schuhe: Richa Kart 2

Nierengurt: Hein Gericke Standard

Regenschutz: Thor Regenanzug

Sturmhaube & Rucksack ( Discounter )




Worauf kommt es nun bei der Motorrad-Bekleidung an?

Zu aller erst gibt es folgende Grundregel: Motorradbekleidung muss im sitzen angenehm sein, nicht im stehen.

Nutzen geht vor Coolness. Der coolste Bandit-Helm z.B. nutzt nichts, wenn ihr bei Hitze schwitzt wie blöd und die Geräuschkulisse enorm ist. Eine dünne Softshell-Jacke macht leider auch keinen Sinn beim Motorrad fahren, auch wenns mal schnell gehen soll.

So wäre es ratsam zumindest Helm und Jacke in einem Fachgeschäft auszuprobieren, vor allem wenn man seine Größe schwer einschätzen kann.
Ich hab es bspw. auch so gemacht, die restliche Ausrüstung habe ich im Internet bestellt und meine Größen alle sehr gut getroffen.

Aber ein paar Worte zu den jeweiligen Bekleidungsteilen:
Der (Integral) Helm sollte nicht zwicken und nicht drücken, sollte aber trotzdem fest anliegen und nicht wackeln. Der Helm sollte weder zu klein, noch zu groß sein. Ein guter Indikator ist das Kinn. Dieses sollte nicht unten rausstehen aber auch nicht total im Helm versinken- bündig abschließendes Kinn? Optimal. Noch sehr nützlich ist das Pinlock-Visier, damit die Scheibe nicht beschlägt und eine Sonnenblende. Ich würde keinen Helm ohne diese zwei wichtigen Merkmale kaufen! Wichtig ist für jeden Helm, egal wo gekauft: Er muss die ECE 22/05 Norm erfüllen! Beschädigungs & bruchfrei muss er natürlich auch sein.

Die Jacke, in meinem Fall eine aus Leder, sollte nicht zu kurz sein - verkühlte Nieren machen keinen Spaß! Auch sollte sie rundherum gut sitzen und nicht zu groß sein, sonst läuft man Gefahr dass die Jacke bei der Fahrt flattert ( vor allem bei Textil-Jacken) Herausnehmbare Protektoren sind eine feine Sache, so kann man sich die Jacke noch zusätzlich anpassen an den Körper und an die eigenen Bedürfnisse ( falls ein Protektor z.B. zwickt ).
Die Hose ist schon wieder ein Thema bei welchem die meisten Leute sagen: Jeanshose reicht. Ich teile diese Meinung nur bedingt, habe mir deswegen die Hybrid-Lösung gegönnt. Eine halbwegs normal aussehende Hose im Jeanslook aus reißfestem Kevlar mit Knie und Gesäß-Protektoren. Ein Mindestmaß an Sicherheit bei hoher Bequemlichkeit.

Bei den Handschuhen bin ich meinem persönlichen Geschmack gefolgt und habe zwei Paar Handschuhe erstanden. Einmal etwas dickere welche über das Handgelenk reichen und einmal dünnere kurze Handschuhe für hohe Temperaturen. Wichtig ist genügend Freiraum auch beim bewegen (drehen) der Hand, sonst kann es dazu kommen dass man speziell beim Gas geben die Blutzufuhr in der Hand etwas behindert.
Passen euch die Handschuhe nicht ganz, kann man vorallem Lederhandschuhe mit passenden größeren Trinkflaschen weiten. Einfach über die Flasche stülpen und danach nass machen, diesen Vorhang ein paar mal wiederholen. Vergleichbarer Effekt: Handschuhe nassmachen und danach damit fahren, das wäre ein alter Trick um sie passend zu machen - meine Handschuhe sind durch den Flaschentrick, gelagert im Badezimmer, deutlich angenehmer geworden.

Meine Erfahrungen bei den Schuhen: Flache Sohle, ohne Absatz, sonst läuft man Gefahr beim Versuch zu bremsen oder schalten an der Fußraste hängen zu bleiben. Außer man möchte dies explizit haben beim fahren. Halbhohe Schuhe wären von Vorteil, bis zu den Knöcheln sollten es schon sein um auf Nummer sicher zu gehen. Eine Lasche um die Schnürrsenkel abzusichern kann auch nicht schaden, oder gar eine gänzlich andere Verschlussmethode.

Nierengurte gibt es in allen möglichen Variationen - ich hab mich für ein simples Modell "ohne allem" entschieden und hatte noch keine Probleme, auch bei tiefen Temperaturen. Die Grundfunktion, eine Unterkühlung der Nieren durch den Fahrtwind zu unterbinden, erfüllen sie eigentlich alle!

Zubehör wie Sturmhaube & Rucksack, Socken und Unterwäsche sind je nach Wetterlage und Fahrtzweck zu wählen, da muss man erst ein Gefühl dafür entwickeln.

UND: Regenschutz-Kleidung kann einem unter Umständen komplett durchnässte Kleidung ersparen (vorallem bei Lederjacken sehr wichtig) - ich hab mir zumindest eine Basisaustattung besorgt um gerüstet zu sein für den Fall der Fälle.

Die ganze Ausrüstung hat mich, dank eines passenden Winterschlussverkaufs, gerade einmal 600€ statt 1000€ gekostet - solche Angebote sollte man durchaus wahrnehmen. Die Saison beginnt zwar gerade erst, aber Angebote gibt es immer und überall.

Ich denke damit hab ich meinen Kompromiss aus Sicherheit, Optik und Bezahlbarkeit gefunden.

Wenn ihr Fragen zur Wahl euer Ausrüstung habt, stehe ich euch gerne zur Verfügung unter Tekkenklatsche@gmail.com

Absolut fachkundigen Rat bekommt man natürlich in den diversen Motorrad-Fachgeschäften.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen