Freitag, 29. April 2016

Guide: Motorradpflege - Bling Bling!

Hallihallo!


Beim Auto schwören sehr viele Leute auf die Waschanlage. Es geht schnell und das Auto ist danach wieder sauber - doch beim Motorrad gibt es diesen Luxus nicht. Ich bin aber auch beim Auto ein passionierter Handwäscher und Pfleger, von daher ist es für mich kein Neuland.

Motorräder, vorallem wenn sie nur zum Spaß gefahren werden, genießen im Normalfall eine umfangreiche Pflege - die meisten Motorräder sind daher in einem sauberen Grundzustand.
Wenn man also seine gebrauchte Maschine etwas aufbereiten möchte, kann man sich bereits mit relativ geringen Aufwand selber helfen.

Was benötigt man sinnvollerweise in der Basis?
- 1 x Kübel mit zwei Schwämmen
- Shampoo für Fahrzeuge
- Ledertuch oder ähnlich in Textil
- Politur Standard
- Polierschwam/Polierpad
- Quick Detailer
- 5x Mikrofasertücher

Mit dieser Austattung, welche man in jedem Baumarkt oder Kfz-Geschäft bekommt, kann man durchaus brauchbare Ergebnisse erzielen.

Folgende Kombination ist für den Anfang bspw. vollkommen ausreichend


SONAX AutopflegeSet
+
Walser Putzeimer + Putztücher
+
Auto Finesse Finale Quick Detailer

Mit rund 80€ hat man ein sehr brauchbares "Starterset" und kann beherzt loslegen.


Eine kurze Erklärung zu den aufgelisteten Materialien:

Ein Kübel mit zwei Schwämmen ist wirklich das mindeste für eine brauchbare Handwäsche. Wenn man vor dem erneuten eintauchen des Schwamms immer brav ausdrückt und abputzt, kann man die Verunreinigung auf ein Minimum reduzieren. Der eine Schwamm ist für "ansich" saubere Stellen, der zweite Schwamm für ansich dreckige Stellen. Sprich: Schwamm 1 für Tank, Verschalung, Windschutz etc. und Schwamm 2 für Felgen, Auspuff und eventuell Motorteile. Erst die sauberen Teile waschen, dann die dreckigen Teile - so muss man heikle Teile nicht mit unreinem Wasser putzen.

Shampoos gibt es wie Sand am Meer in den Geschäften. Nehmt im Zweifelsfall eines mit Carnauba-Zusatz bspw., oder eines das gut riecht. Richtig schlechte Shampoos gibt es eigentlich garnicht.
Ein Tuch zum abledern kann nicht schaden. Ich bevorzuge zwar das lufttrocknen, dies ist aber nicht immer möglich bzw. sinnvoll.

Polituren gibt es ebenso viele wie Shampoos. Die Auswahl erschlägt einen fast. Polituren mit Carnauba-Inhaltsstoffen sind grundsätzlich vollständig synthetischen Produkten vorzuziehen.

Im Prinzip tut es aber jede normale Flüssigpolitur für Autolacke ohne Schleifkörnung etc.
Ein Polierschwamm/ein Polierpad dazu, damit ihr die Politur auch standesgemäß verarbeiten könnt.

Ein Quickdetailer, das ist eine leichte Reinigungspolitur vergleichbar mit einem Fensterreiniger für Lacke, ist im nachhinein gut um einen gepflegten Lack in Windeseile wieder auf Vordermann zu bringen. Ich benutze solche Detailer, oder auch Quick Wax genannt, gerne auch um den Lack auf die Politur vorzubereiten mittels anzufeuchten.

Mikrofasertücher gibt es in allen Farben, Größen und Dicken. Ich bevorzuge "langhaarige" Mikrofasertücher. Kaufen kann man sie überall. Im Supermarkt, im Möbelgeschäft - wo der Preis halt stimmt. Sind eben gut fürs Quick Detailern und wichtig zum auspolieren der Politur.

Meine persönliche Austattung für Lackarbeiten besteht aus:

Das ist aber schon sehr teures Equipment! Nach jahrelangem probieren und studieren hab ich mich aber so ziemlich auf diese Produkte eingeschossen, von daher für meine Zwecke bullet-proofed.

Wo sind nun die heiklen Punkte am Motorrad?

Der Windschutz bei Motorrädern ist zumeist aus Polycarbonat und ist daher anfällig für leichte Spannungsrisse und vergilben/blind werden. Hier kann man sich mit Polituren für Plastik oder auch normalen Lackpolituren bereits helfen. Wenn man dieses Plastik wie Lack behandelt, sind die Ergebnisse durchaus zufriedenstellend (solange man ausdauernd beim polieren ist ).

Der Tank bekommt sehr viel ab beim Motorrad. Er wird durchs angreifen, anlegen oder transportieren abgenutzt und zeigt daher bei fast jedem Motorrad typische Gebrauchsmerkmale. Dem Tank schadet eine Politur also garantiert nicht, eine Wachsversiegelung stärkt das Lackkleid zusätzlich.

Viele Motorräder haben genauso wie auch Autos bereits Kunststoff-Scheinwerfergläser. Diese neigen auch wie der Windschutz zu vergilben. Die Scheinwerfer sollten klar & sauber sein um die Sicherheit vorallem nachts gewährleisten zu können. Eine Politur wie beim Windschutz kann also hier auch tolle Ergebnisse liefern.

Eine weitere pflegebedürftige Stelle ist der Bereich rund um die Antriebskette. Das Schmierfett/Öl verteilt sich natürlich im näheren Bereich der Kette, somit sind diese Stellen meist dunkel verfärbt. Diese Stellen kann man sich bei der Handwäsche vornehmen, zwischendurch genügt es auch mit einem nassen Tuch die Stellen abzuwischen. 

Unterlassen sollte man natürlich die Benutzung von irgendwelchen Reinigungsmitteln auf Reifenlaufflächen und den Sitzflächen. Hier genügt eine Reinigung mit dem Shampoo bei einem Waschvorgang. Alternativ kann man auch feuchte Reinigungstücher verwenden!


Die meisten Arbeiten lassen sich nach dem Auftragen & Polieren - Prinzip absolvieren. Idealerweise arbeitet man am Lack im Schatten und vermeidet dass die Politur eintrocknet. Wenn man geübt ist, kann man aber auch mit der Hitze der Sonne arbeiten um sein Arbeitstempo damit zu erhöhen ( schnellere Trocknungszeiten können auch von Vorteil sein! ). Aber für den Anfang ist man mit den Basics gut beraten. Sauberes rauspolieren mit dem Mikrofasertuch gegen das Licht geprüft ist schon die halbe Miete! :) Hier ein Video von ChemicalGuys welches die Basisarbeiten zeigt.


Ein Video vom arbeiten mit dem Detailer! Der Detailer funktioniert auch auf einer Staubschicht obwohl ich es persönlich vorziehe das Fahrzeug vorher einmal mit dem Kärcher abzuwaschen.



ACHTUNG: Von Arbeiten mit der Poliermaschine rate ich ohne Vorkenntnisse ab. Wenn man ein "Versuchsfahrzeug" hat, kann man sich zwar gerne austoben, jedoch kann falsche Handhabe den Lack in wenigen Sekunden irreparabel beschädigen.

Ich werde diesen Artikel, sobald das Wetter stabil ist und es wärmer wird, um Bilder und eventuell um Videos ergänzen um den Ablauf einer Motorradwäsche darzustellen.

Bei Fragen stehe ich natürlich unter Tekkenklatsche@gmail.com zur Verfügung! 

Als kleiner Vorgeschmack ein Bild meiner 16 Jahre alten VFR nach der ersten Grundreinigung:




Das längst überfällige Bilder-Update:












Mittwoch, 27. April 2016

Guide: Motorradkauf, welche darfs sein?

Grüß euch,

In diesem Beitrag möchte ich die Wahl des richtigen Motorrades thematisieren.
Es gibt Leute die kaufen aus dem Bauch heraus ihre "Spielzeuge", ganz ohne Vorahnung, rein aus einem Impuls. Und dann gibt es Leute wie mich, die ihre Kaufentscheidungen schon im Vorfeld durch verschiedenste Faktoren beeinflußen und so die in Frage kommenden Objekte auf ein Minimum reduziert werden.

So auch beim Motorrad! Deswegen waren meine Eckpfeiler für die Suche folgende:

-japanisch
-3 oder 4 Zylinder
-600ccm aufwärts
-70Ps aufwärts
-voll/teilverkleidet
-für große Leute geeignet

Was ich noch gerne mitgenommen hätte:

- Einspritzer-Motor
- rund 30.000 Kilometer am Tacho


So konnte ich fast alle meine Anforderungen an ein Motorrad erfüllen, und zwar mit einer Honda VFR 800 FI aus dem Jahre 2000 mit 43.000 Kilometern auf der Uhr. Die Maschine ist vom Händler, mit neuer Begutachtung, frischem Service und einem ansonsten sehr sauberen Zustand für ihr Alter. Die VFR sind bekannt für ihre Langlebigkeit und ihre Fähigkeiten als Allround-Talent. Mit ihren 106Ps ist sie zwar schon recht saftig motorisiert, mit Respekt und Ehrfurcht aber ist es ebenso eine solide Basis wie eine Investition in die Zukunft. 

Also im Vorfeld sollte man wissen: Welche Art Motorrad gefällt mir?

Ein Naked-Bike, eine Chopper oder gleich eine Rennmaschine?
Woher soll sie kommen? Klassisch japanisch, gezielt deutsch oder doch emotional italienisch? Es gibt viele Länder und viele Sitten, auch bei den Motorrädern - für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Hier ein kleines Tool um zu prüfen ob euch die Maschine zumindest theoretisch passt: 


Wenn man eine gewisse Körpergröße hat, so wie meiner einer (197cm), dann fallen viele Optionen bereits im Vorfeld weg. Und nicht jeder ist sofort begeisterter Tourenfahrer mit großen, hohen Bikes :D

Beim Motorrad fahren hilft dann nur: Probefahren! Das löst die meisten Fragen in Luft auf. Eine dreiviertel Stunde bis Stunde sollte man dann schon fahren um zumindest einen groben Eindruck zu bekommen!

Ich persönlich gebe nichts auf irgendwelche vermeintlich gut gemeinten Ratschläge wie: "Zu Anfang nicht mehr als 50Ps", "keine großvolumigen Motoren für Fahranfänger" - das ist grundsätzlich Verallgemeinerung, obwohl ein Motorrad natürlich schon mit wenig Leistung sehr gefährlich sein kann. Das Problem liegt wenn dann in der Natur des "übermotivierten" Fahrers.

Wenn man mit 100Ps waghalsige Stunts auf den Straßen durchführt, dann auch mit 50Ps. Wenn man den Respekt vor dem Motorrad und vor der Straße nicht verliert, kann man mit jeder Maschine sicher unterwegs sein. Man muss sich nur selbst das Limit setzen können.

Einsteigerfreundliche Bikes wie eine Honda Hornet, eine Kawasaki ER6 oder eine Suzuki GSR sind für den immer heiße Tipps und können garantiert mehrere Saisonen eine Freude bereiten!

Unabhängig von der Motorradmarke oder Art, gibt es ein paar Punkte welche man bei einer Probefahrt oder eine kurzen Durchsicht bereits im Vorfeld checken sollte, die da wären(eventuell im beisein eines fachkundigen Kollegen ):

- Alter und Zustand des Antriebssatz ( Verschleiß Kette, Ritzel )?
- Alter und Zustand der Reifen?
- Un- oder Umfallschäden vorhanden?
- Services eingehalten?
- Bremsscheiben & Bremsbeläge auf Verschleiß prüfen
- Lenkkopflager und Schwinge auf Spiel überprüfen

Auch der Lackzustand ist, für mich zumindest, ein wichtiger Indikator dafür wie sehr sich der Vorbesitzer um sein Zweirad gekümmert hat.

In der Honda-Bedienungsanleitung z.B. wird der Verschleißgrad eines Ritzels mit folgendem Bild verdeutlicht:
Motorradreifen sollten nicht älter als 2 bis maximal 3 Jahre alt sein, weil eine fortgeschrittene Aushärtung des Reifens gerade beim Motorrad zu gefährlichen Situationen führen kann.

Die Bremsflüssigkeit gehört alle 2 Jahre erneuert.

Un- oder Umfallschäden können teure Folgen haben bei nicht fachgerechter Instandsetzung - fragen kostet nichts, gut möglich dass so etwas solange verschwiegen wird " bis man danach fragt".

Ventilspiel, Motoröl, Luftfilter - Regelmäßige Service gehören auch beim Motorrad gemacht! Den aktuellen Stand unbedingt erfragen, wenn möglich belegen lassen.

Bremsscheiben auf Restdicke kontrollieren. Ein hoher Grat am Rand der Scheibe deutet auf hohen Verschleiß hin. Beispiel VFR: Bremsscheibendicke NEU 5mm Dicke, verschlissen 3,5mm Dicke. Bremsbeläge am Indikator auf Restdicke prüfen.

Lager vorne und hinten kann man am besten am Hauptständer kontrollieren, mit einer zweiten Person wäre es optimal. Spiel im Lenkkopflager prüft man mit vertikalen Auf & Ab-Bewegungen, die Schwinge prüft man mit Links & Rechts-Bewegungen auf Spiel.

Am Ende entscheidet auch noch etwas das Bauchgefühl und natürlich auch die Geldbörse mit :)
Natürlich treffen die allermeisten dieser Punkte nicht auf ein neues Motorrad zu. 

Bei Fragen stehe ich euch unter Tekkenklatsche@gmail.com gerne zur Verfügung! 

Dienstag, 26. April 2016

Guide: Motorradbekleidung oder die korrekte "Panier" :)

Grüß euch!

Die Bekleidung ist wohl mindestens ein so großes Diskussionsthema wie die Marke des Motorrades, trotzdem möchte ich meine Entscheidungen zu diesem Thema als Anfänger niederschreiben.
Wenn es nicht darum geht 2000€ an Motorradbekleidung über die Theke wandern zu lassen, sondern es darum geht einen Kompromiss aus Sicherheit, Optik und Bezahlbarkeit zu finden - dann seid ihr hier richtig.

Ein Motorradfahrer ist in den meisten Fällen darauf bedacht seine optische Erscheinung harmonisch mit dem Motorrad abzustimmen. Man fährt wohl selten mit der kompletten Lederkombi auf einer Chopper, und genauso wenig schwingt man sich in der alten braunen Lederjacke und dem Halbschalen-Helm auf eine Rennmaschine. 

Deswegen:
Welche Maschine wollt ihr fahren? -> richtet danach grob euren Kleidungsstil!
Es ist natürlich kein Fehler wenn man sich das anzieht was man will, aber etwas Ästhetik hat noch nie geschadet :)

Meine Ausrüstung aufgelegt:




Meine Ausrüstung besteht aus folgenden Teilen:

Helm: LS2 FT396 Helm mit Mehrfach-Belüftung, Pinlock-Visier und ein/ausklappbare Sonnenblende

Oberteil: Misano Pro Sports Lederjacke mit Schultern, Arm und Rücken-Protektoren

Hose: Motorradhose German Wear Kevlar Jeans mit Knie & Gesäß-Protektoren

Handschuhe: Hein Gericke City

Alternative Handschuhe: Axo Gecko

Schuhe: Richa Kart 2

Nierengurt: Hein Gericke Standard

Regenschutz: Thor Regenanzug

Sturmhaube & Rucksack ( Discounter )




Worauf kommt es nun bei der Motorrad-Bekleidung an?

Zu aller erst gibt es folgende Grundregel: Motorradbekleidung muss im sitzen angenehm sein, nicht im stehen.

Nutzen geht vor Coolness. Der coolste Bandit-Helm z.B. nutzt nichts, wenn ihr bei Hitze schwitzt wie blöd und die Geräuschkulisse enorm ist. Eine dünne Softshell-Jacke macht leider auch keinen Sinn beim Motorrad fahren, auch wenns mal schnell gehen soll.

So wäre es ratsam zumindest Helm und Jacke in einem Fachgeschäft auszuprobieren, vor allem wenn man seine Größe schwer einschätzen kann.
Ich hab es bspw. auch so gemacht, die restliche Ausrüstung habe ich im Internet bestellt und meine Größen alle sehr gut getroffen.

Aber ein paar Worte zu den jeweiligen Bekleidungsteilen:
Der (Integral) Helm sollte nicht zwicken und nicht drücken, sollte aber trotzdem fest anliegen und nicht wackeln. Der Helm sollte weder zu klein, noch zu groß sein. Ein guter Indikator ist das Kinn. Dieses sollte nicht unten rausstehen aber auch nicht total im Helm versinken- bündig abschließendes Kinn? Optimal. Noch sehr nützlich ist das Pinlock-Visier, damit die Scheibe nicht beschlägt und eine Sonnenblende. Ich würde keinen Helm ohne diese zwei wichtigen Merkmale kaufen! Wichtig ist für jeden Helm, egal wo gekauft: Er muss die ECE 22/05 Norm erfüllen! Beschädigungs & bruchfrei muss er natürlich auch sein.

Die Jacke, in meinem Fall eine aus Leder, sollte nicht zu kurz sein - verkühlte Nieren machen keinen Spaß! Auch sollte sie rundherum gut sitzen und nicht zu groß sein, sonst läuft man Gefahr dass die Jacke bei der Fahrt flattert ( vor allem bei Textil-Jacken) Herausnehmbare Protektoren sind eine feine Sache, so kann man sich die Jacke noch zusätzlich anpassen an den Körper und an die eigenen Bedürfnisse ( falls ein Protektor z.B. zwickt ).
Die Hose ist schon wieder ein Thema bei welchem die meisten Leute sagen: Jeanshose reicht. Ich teile diese Meinung nur bedingt, habe mir deswegen die Hybrid-Lösung gegönnt. Eine halbwegs normal aussehende Hose im Jeanslook aus reißfestem Kevlar mit Knie und Gesäß-Protektoren. Ein Mindestmaß an Sicherheit bei hoher Bequemlichkeit.

Bei den Handschuhen bin ich meinem persönlichen Geschmack gefolgt und habe zwei Paar Handschuhe erstanden. Einmal etwas dickere welche über das Handgelenk reichen und einmal dünnere kurze Handschuhe für hohe Temperaturen. Wichtig ist genügend Freiraum auch beim bewegen (drehen) der Hand, sonst kann es dazu kommen dass man speziell beim Gas geben die Blutzufuhr in der Hand etwas behindert.
Passen euch die Handschuhe nicht ganz, kann man vorallem Lederhandschuhe mit passenden größeren Trinkflaschen weiten. Einfach über die Flasche stülpen und danach nass machen, diesen Vorhang ein paar mal wiederholen. Vergleichbarer Effekt: Handschuhe nassmachen und danach damit fahren, das wäre ein alter Trick um sie passend zu machen - meine Handschuhe sind durch den Flaschentrick, gelagert im Badezimmer, deutlich angenehmer geworden.

Meine Erfahrungen bei den Schuhen: Flache Sohle, ohne Absatz, sonst läuft man Gefahr beim Versuch zu bremsen oder schalten an der Fußraste hängen zu bleiben. Außer man möchte dies explizit haben beim fahren. Halbhohe Schuhe wären von Vorteil, bis zu den Knöcheln sollten es schon sein um auf Nummer sicher zu gehen. Eine Lasche um die Schnürrsenkel abzusichern kann auch nicht schaden, oder gar eine gänzlich andere Verschlussmethode.

Nierengurte gibt es in allen möglichen Variationen - ich hab mich für ein simples Modell "ohne allem" entschieden und hatte noch keine Probleme, auch bei tiefen Temperaturen. Die Grundfunktion, eine Unterkühlung der Nieren durch den Fahrtwind zu unterbinden, erfüllen sie eigentlich alle!

Zubehör wie Sturmhaube & Rucksack, Socken und Unterwäsche sind je nach Wetterlage und Fahrtzweck zu wählen, da muss man erst ein Gefühl dafür entwickeln.

UND: Regenschutz-Kleidung kann einem unter Umständen komplett durchnässte Kleidung ersparen (vorallem bei Lederjacken sehr wichtig) - ich hab mir zumindest eine Basisaustattung besorgt um gerüstet zu sein für den Fall der Fälle.

Die ganze Ausrüstung hat mich, dank eines passenden Winterschlussverkaufs, gerade einmal 600€ statt 1000€ gekostet - solche Angebote sollte man durchaus wahrnehmen. Die Saison beginnt zwar gerade erst, aber Angebote gibt es immer und überall.

Ich denke damit hab ich meinen Kompromiss aus Sicherheit, Optik und Bezahlbarkeit gefunden.

Wenn ihr Fragen zur Wahl euer Ausrüstung habt, stehe ich euch gerne zur Verfügung unter Tekkenklatsche@gmail.com

Absolut fachkundigen Rat bekommt man natürlich in den diversen Motorrad-Fachgeschäften.


Montag, 25. April 2016

HowTo: Motorradprüfung - Prüfungsangst, Vorbereitung, Erfahrungswerte!

Grüß euch,

Ich selber besitze seit nunmehr 11 Jahren den Führerschein der Klasse B, habe viele verschiedene Fahrzeuge mit Front & Heckantrieb besessen, mit Automatik oder Schaltung, Diesel oder Benzin, Sauger oder Turbomotor. Ich habe viele 10 tausende Kilometer abgespult, mal etwas schlimmer, mal etwas braver aber auf jedenfall war jeder dieser Kilometer lehrreich.

Ich bin auch schon mit Traktoren oder mit LKWs gefahren, nur noch nie mit einem Motorrad, oder mit einem geschaltenen Moped.

Und abgesehen von wenigen Metern mit einer Puch Maxi, was eigentlich als Fahrrad mit Tretunterstützung gesehen werden kann, hab ich keine Erfahrung mit motorisierten Zweirädern gehabt.

Ich konnte nur mit viel Fahrrad-Erfahrung aufwarten, vor allem im Wiener Straßenverkehr. Das kann also als absolute Basis-Erfahrung der Zweirad-Dynamik durchgehen :)


Was benötigt man in Österreich z.B.? ( wenn B vorhanden )
- positives Amtsarzt-Gutachten
- 4 Fahrstunden am Übungsplatz
- 10 Fahrstunden im Straßenverkehr ( 12h ab 39 Jahren )
- 6 Stunden Theoriekurs
- Theorieprüfung A
- Praxisprüfung A

Seit 1. März 2016 gibt es für Österreich einen aktualisierten Fragenkatalog welcher sich durch zeitgemäße Bilder und moderne Fragenstellung auszeichnet. Keine Angst, es ist nicht schwerer als vorher - ich habs selber verglichen und beide Prüfungen absolviert, ich konnte mit dem selben Wissensschatz beide gleichwertig meistern - solang man sich mit dem Thema auseinander setzt, hat man schon gewonnen.

Es gibt bspw. eine tolle kostenlose Smartphone-App vom ÖAMTC und diverse Lern-Varianten um den Fragenkatalog abzuarbeiten ( Buch, Fahrschul CD oder USB-Stick ). Hier bleibt es jedem selbst überlassen wie gelernt wird. Mir hat die Kombination aus Buch & Apps absolut genügt.


Ich habe für mich persönlich folgende Reihenfolge getroffen gehabt:
Amtsarzt - Theoriekurs - Theorieprüfung - Fahrstunden am Übungsplatz - Fahrstunden im Straßenverkehr - praktische Fahrprüfung

Erschien mir als die beste Lösung, denn nach bestandener Theorieprüfung kann man sich einzig und allein auf _das fahren_ konzentrieren.


Also legen wir los: 1 N 2 3 4 5 6, wat?

Das manuelle Getriebe beim Motorrad ist in den allermeisten Fällen sequenziell angeordnet und gerade verzahnt, das heißt man kann die Reihenfolge nicht verändern wie beim Auto ( vom 3ten in den 5ten Gang schalten z.B. ), und das Getriebe surrt wie der Rückwärtsgang bei Autos, welcher auch fast immer gerade verzahnt ist. Jede Aufwärtsbewegung ist +1 Gang, jede Abwärtsbewegung ist -1 Gang - zwei Besonderheiten: Zwischen Gang 1 und Gang 2 ist die Neutralstellung, und um von dieser Neutralstellung mit Gang 1 zu beginnen, muss man einmalig den Ganghebel nach unten bewegen.

Also der Ablauf beim wegfahren und beschleunigen bis in den letzten Gang ist wie folgt: Neutralposition -> 1x runter ( Gang 1 ) -> 5 x hoch ( dabei von 1 auf 2 die Neutralstellung überspringen, das macht man intuitiv ). Schwer zu erklären, das muss man einfach ausprobiert haben dann ist es nach kurzer Zeit eine "Lebenseinstellung" :)

Hierzu ein Video:



Neben dem braven studieren des Theoriebuches habe ich auch viel Zeit damit verbracht Videos im Internet anzusehen. Neben den diversen Fail-Compilations, Verfolgungsjagden, Burnout-Sessions gibt es auch sehr viele Videos aus dem alltäglichen Leben eines Motorradfahrers.
Hierzu einige Channels die mir Vorweg schon einen gewissen Eindruck vermittelt haben womit ein Motorradfahrer im Straßenverkehr konfrontiert werden kann.





Ich hab mich mit den vielen Erfahrungen aus Videos und mit den Erzählungen von Freunden & Kollegen meiner Meinung nach so gut wie möglich mit dem Thema auseinander gesetzt, und genau darum geht es im Vorfeld wenn man es ernst meint.

Wie läuft nun die praktische Prüfung ab?

Die praktische A-Prüfung ( in Österreich ) besteht im Grunde aus folgenden drei Teilen:
- Parcours am Übungsplatz absolvieren
- Technische Fragen
- Fahren im Straßenverkehr
Der Parcours in Österreich besteht aus:
- zwei komplette 8er um Pylonen
- Slalom in Schrittgeschwindigkeit um Pylonen
- rechts abbiegen aus dem Stand
- Zielbremsung aus 30km/h
- Gefahrenbremsung aus mindestens 50km/h, maximal 70km/h
- Ausweichmanöver aus mindestens 50km/h, maximal 70km/h

Die 8er sollte gleichmäßig gefahren werden mit korrekter Blickführung, leichtes rausbeschleunigen aus dem Lenkmanöver und vom Gas gehen vor dem erneuten einlenken.

Der Slalom wird mit Schrittgeschwindigkeit gefahren und soll die Fähigkeit zur Balance zeigen, deswegen wird auch auskuppeln und einkuppeln verlangt um die Geschwindigkeit weiter zu drosseln. Eine Geschicklichkeits-Übung.

Das rechts abbiegen aus dem Stand erfordert die richtige Blicktechnik, die richtige Fußposition und das Geschick zur Neigung/drücken des Gefährts aus dem Stand.

Die Zielbremsung aus Tempo 30 in eine abgesteckte Box ist noch die leichteste Übung, einfach drauf losfahren.

Die Gefahrenbremsung aus min. Tempo 50 könnte erweist sich schon als schwieriger, erfordert es doch ordentlich Beschleunigung und eine darauffolgende saftige Bremsung. Hier macht Übung den Meister.

Beim Ausweichmanöver aus min. Tempo 50 muss man mit dem Motorrad einfach eins sein, so wie auch beim fahren später - man muss sich dynamisch mit bewegen und dem "Flow" folgen. Popometer, Hallo!

Hat man diese Punkte absolviert, kommt man zum technischen Part. Wo ist der Lichtschalter? Wo kann man den Ölstand kontrollieren? Was ist ein Bremsflüssigkeitsbehälter?

Hierbei sollte man sich einfach im Vorfeld darüber informieren: Welches Motorradmodell fahre ich in der Fahrschule und über welche technischen Merkmale verfügt es? Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. 
Der Fahrlehrer wird bei Gelegenheit auch jede Frage beantworten, dessen bin ich mir sicher :)

Dann das fahren auf der Straße:  In die Motorradpanier, aufsatteln, losfahren. Mit dem Fahrlehrer im Ohr geht es los. Wenn man bereits länger Autofahrer ist, kennt man bereits die Gepflogenheiten aber auch viele Blödheiten. Bei der Fahrprüfung zeigt man sich von seiner besten Seite, Schulter & Spiegelblicke ganz nach dem Lehrbuch, Geschwindigkeit nach Tacho einhalten, Blinker rechtzeitig setzen ( UND! rechtzeitig ausschalten ) und auch den Überblick behalten und dies dem Prüfer signalisieren. Aufmerksames Blickverhalten, ein vorsichtiger Fuß auf dem Bremshebel ab und zu und man hat die Gunst des Prüfers schon gewonnen. 

Abgesehen von der Prüfung ist vorsichtiges und vorausschauendes nicht nur bei dieser notwendig. Man hat nur ein Leben und auch eine Verantwortung der Allgemeinheit gegenüber, denkt immer daran. Am Ende ist der Prüfer auch nur ein Mensch welcher sichergehen will dass IHR sicher vom Motorrad absteigt und euch auch andere Verkehrsteilnehmer überleben :) Glaubt mir, ich habe selber geflippt wie ein Delfin vor den Prüfungen, habe aber beide Prüfung im "First Try" erledigt :)


Mein nächster Eintrag wird das Thema Bekleidung behandeln, ein nicht weniger wichtiger Aspekt beim Motorrad fahren!


Wenn ihr Fragen habt zur Prüfung, zum Ablauf generell oder eure Prüfungsangst teilen wollte - schreibt mir eine Mail an Tekkenklatsche@gmail.com oder schreibt mir einen Kommentar :)

Sonntag, 24. April 2016

Artikel 1: Kursänderung, Horizonterweiterung - Klausworkz

Grüß euch Leute,

Viele haben mich zwar schon per Mail gefragt, aber jetzt kann ich es ja rauslassen:

Ja, meine Blog-Einträge werden weiterhin gepflegt und ergänzt von mir, falls nötig :) Euer Feedback und eure Infos sind dafür aber unabdingbar!

Ja, ich antworte sofern es mir möglich ist, und ich Zeit habe, auf alle E-Mails/Kommentate die ich bekomme!

Jetzt kommt die Kursänderung: Ich habe meinen Seat Leon verkauft! Ich bin nun mit einem etwas vernünftigeren Familienkombi glücklich geworden :)

Ich werde nach wie vor alle Fragen beantworten die mir gestellt werden, sofern ich darauf eine Antwort kenne.
Mein angehäuftes Wissen habe ich ja bereits vor geraumer Zeit niedergeschrieben, neuere Themen kann ich aber nicht mehr behandeln weil mein Seat ansonsten problemlos gelaufen ist.

Jetzt kommt die Horizonterweiterung: Ich bin seit kurzer Zeit Besitzer der vollständigen Führerscheinklasse A, habe mich also unter das Volk der Motorradfahrer begeben. Da man als Anfänger/Einsteiger und Selbermacher auch bei diesem Hobby auf viele Meinungen stößt, möchte ich meine persönlichen Erfahrungen und Entscheidungen was dieses Thema betrifft nun in meinem Blog behandeln.

Ich habe mich selber intensiv mit dem Thema befasst und möchte auch erläutern wie ich mich im Vorfeld auf das motorradfahren vorbereitet habe.

Ich bedanke mich schonmal für die Aufmerksamkeit und wünsche eine informative Unterhaltung auf meinem Blog :)


Mfg Klaus